Und darum mussten wir gestern Holunderblüten sammeln. Zu dumm, dass uns die Idee nicht früher gekommen war, als der Baum grade in voller Blüte stand. Naja, also haben wir uns alle mit Scheren und Wannen nach draußen auf die Suche begeben. Unser Ziel waren 200 Dolden mit Blüten in 20 Minuten zu finden, damit wir genug für die Klasse hatten. Endlich kam es einem mal zu gute, dass die Schule mitten in der Pampa liegt, da gibts' zumindest genug Bäume.
Das Sammeln an sich war eigentlich ganz lustig. Die meisten Dolden hingen zu hoch, um sie einfach pflücken zu können. Also musste einer springen, einen Ast greifen und ihn soweit runter ziehen, damit eine kleinere Person dann auch endlich mal dran kam. Dummerweise wuchern auch überall riesen Brennnesseln, die das Erreichen der Bäume erschwerten. Beim Loslassen eines Astes und dem damit verbundenen Zurückschnellen des Baumes fielen die vertrockneten Blüten wie Schnee herab. Lucy stand einmal direkt darunter, fing plötzlich an zu kreischen, riss sich ihr T-Shirt hoch und zappelte im BH hin und her, weil sie der Meinung war, dass mit den Blüten auch Käfer in ihren Ausschnitt gefallen wären. Gut dass wir am See unter uns waren...
Keine vier Bäume weiter hat Bahare noch mal die gleiche Show abgezogen.
Als wir uns auf den Rückweg machten, haben wir zu allem Überfluss noch eine recht große Spinne in unserer Blüten-Tüte gefunden, die da nicht wieder raus wollte. Da Lucy mit der Tüte (inklusive Spinne) hinter uns ging, gab sie -wahrscheinlich unbewusst- das Tempo vor. Ich hab mich unheimlich gehetzt gefühlt....
Zurück im Labor haben wir dann die Dolden auf vier Haufen aufgeteilt (waren sogar knapp 200 Stück). Dabei sind noch mehr Spinnen zum Vorschein gekommen. Ich hatte das Gefühl, dass das ganze Labor am krabbeln war. Viele sind -ganz "mädchenlike"- laut rufend umher gesprungen. Ok, ich muss hier zugeben, dass ich eine der Lautesten -wenn nicht sogar die Lauteste- war...
Herr Valentien hat dann den Rest noch vorbereitet.
Heute haben wir dann aus dem Blütenauszug, der über Nacht stehen musste, den Syrup gemacht. Jeder Tisch (wir haben 4 große im Labor) hatte ca. 3,5 Liter in einem massiven, gusseisernen Topf. Das haben wir noch mal mit Wasser auf 5 Liter aufgefüllt und 5 Kilo Zucker rein geworfen. Anschließend haben wir das ganze köcheln lassen und vergessen ein Auge drauf zu werfen.. Eigentlich sollten wir pro Tisch 6-7 Flachen zum füllen mitbringen. Sarah hat keine mitgebracht, und Cansu war krank. Also hatten wir nur 4. Julia und ich hatten eine leere Wodka- und eine leere Weinflasche mit -wir haben so betrachtet gestern Abend noch was für die Schule getan!- Karo eine Ketchup-Flasche.
Nach dem Kochen wollten wir den Sirup in einen kleineren Behälter überführen, um ihn dann leichter in Flaschen füllen zu können. Dies erwies sich jedoch auf Grund des Gewichtes des Topfes und dem des Sirups und der Höhe der Tische als eher schwer. Sarah kam auf die tolle Idee, den Topf mit einem Schlauch auszupumpen. Die PTA im Nebenraum hatte sogar einen. Sarah hat ihn oben in den Topf gehalten, ich hab unten angesaugt und Svenja hat in der Mitte festgehalten, um mir sagen zu können wann der heiße Syrup kommt, damit ich mir den Mund nicht verbrenne. Svenja war allerdings etwas nervös und hat immer schon gerufen, bevor die Flüssigkeit überhaupt den Topfrand passiert hatte.... Nach fünf Anläufen hat es dann aber geklappt.
Als die Schüssel (die 5 Liter fasst) fast voll, der Topf aber noch nicht leer war, haben wir 2 Flaschen direkt mit dem Schlauch abgefüllt. Da dämmerte es uns dann langsam, dass wir weit mehr Sirup-Ausbeute als gedacht hatten. Den anderen Tischen ging es ähnlich. Also mussten wir in der Kantine das Leergut aufkaufen...
Wir haben einen Teil der Flaschen in der Schule gelassen. Die wollen wir vor den Ferien mit Sekt trinken (Lehrervorschlag). Die restlichen Flaschen haben wir mitgenommen. Den übrig gebliebenen Sirup aus der Schüssel haben wir leicht mit Wasser gemischt (Verhältnis 5:1 - Sirup:Wasser), in Julias Flasche gefüllt und reihum -mit Nele- getrunken. Ich hatte kurzzeitig ein merkwürdiges Schwindelgefühl. Zuerst dachte ich, es wäre Einbildung, aber als Julia meinte, sie müsse sich erstmal hinsetzen, war mir wirklich komisch. Ich glaub es lag an dem hohen Zuckergehalt... das komische Gefühl wandelte sich später in leichtes Unwohlsein.
Da das ganze relativ schnell ging, hatte ich sogar noch Zeit, mir ein Etikett zu machen :P
man beachte bitte das R im Kreis hinter "Herstellung"!
Was ich heute gelernt habe: Syrup fast unverdünnt zu trinken ist zwar anfangs lustig, aber trotzdem keine gute Idee.
3 Kommentare:
warum alkohol trinken, wenn es doch mit zucker so einfach und schnell geht...?
wahrscheinlich wird das bald der neue trend, dann gibt es auch flatrate-zucker-partys!!!
Ich fand das nicht so lecker!
ne, mit dem Prosecco war das echt nicht so der Hit. Habs aber am Samstag nochmal mit Wasser probiert, und da schmeckts gut.
Vielleicht ist ein nicht so süßer Sekt besser.
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