Im Dorf war Vogelschießen, ein Dorffest, von dem man aber nicht allzuviel mitbekommen hat.
Am frühen Abend, als wir draußen im Garten saßen liefen auf einmal eine ganze reihe an Jugendlichen durchs Dorf. Kurz darauf kam ein Polizeiwagen vorbei. Anscheinend unheimlich viel Trubel für so ein kleines Dorf... Annette wollte auch gleich wissen, was passiert ist und hat Julia und mich mit dem Fahrrad hinterher geschickt. Da das Dorf wirklich klein ist, hatten wir den "Aufruhr" schon hinter der nächsten Kurve entdeckt. In Endeffekt wars gar nicht so spannend. Vor einem Hof standen ein Krankenwagen, zwei Polizeiautos und schätzungsweise das halbe Dorf zum gucken ...naja, wir sind ja auch nicht besser....
Bei Julia auf dem Grundstück gibt es selten Handyempfang. Im Haus nur im Wohnzimmer auf der Fensterbank. Als jemand anrief hat Annette das Fenster aufgemacht um einen besseren Empfang zu haben -dazu muss man sich nur ein Stück aus dem Fenster lehnen. Dabei hat sie entdeckt, dass auf den Bäumen am Ende des Gartens Unmengen von Raben saßen. Und plötzlich herrschte schon wieder helle Aufregung.
Kurze Vorgeschichte: Das ist wohl schon mal vorgekommen, nur dass die Vögel damals noch gegen die Scheiben geflogen sind und gegen diese auch gepickt haben. Kann man sich so vorstellen wie bei Hitchcock.
Um den Vögeln gar nicht erst die Chance zu lassen, einen neuen Angriff zu starten, hat Günther sein Luftgewehr geholt -was neben dem Bett steht, um auch mal einen Schuss abzugeben, wenn die Vögel früh morgens zu laut zwitschern- und auf die Vögel geschossen.... danach war erstmal Ruhe. Er hat allerdings im Laufe des Wochenendes noch öfter die Vögel "verscheucht".
Während wir auf die Anderen gewartet haben, haben Julia und ich mal ein Glas Bowle probiert und anschließend mit einem "Beach Ball Set" gespielt. Durch die ständige Bewegung schlug die Bowle allerdings doch unerwartet stark an...
Am Nachmittag haben wir gegrillt und abends am Lagerfeuer gesessen. Da haben wir die Geschichte gehört, wie Bahare in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester zu ihrem ersten Toten gekommen ist -sie hat ihm Orangensaft gegeben, ohne zu wissen, dass er keinen durfte.
So gegen halb drei haben wir uns dann nochmal zu einer Nachtwanderung aufgemacht. Melanie und ich haben uns am Gartentor versteckt und wollten eigentlich Bahare erschrecken, haben aber aus Versehen Lucy erwischt. Lucy hat eine sehr! hohe Stimme und dementsprechend schrill und laut war auch ihr Schrei. Ich hab mich unheimlich erschrocken, da ich damit nicht gerechnet hatte.
Wir sind um den Nüdel gegangen. Das ist eine kleine Runde am Dorfausgang, die einmal um ein Paar Felder führt. Es war, trotz Vollmond und einer leichten Morgenröte im Osten, wirklich unheimlich, da es überall doch noch recht dunkel und nebelig war. Links und Rechts standen einige Kühe die dann und wann mal einen Laut von sich gaben. Levke hat erzählt, dass man Kühe, die im stehen schlafen ganz leicht umwerfen kann. Wir haben uns aber dann doch nicht auf eine der Wiesen getraut. Im Dunkeln kann man auch schlecht sehen, ob eine Kuh wirklich schläft.
Bei der Hälfte des Weges hat sich Bettina etwas unverhofft umgedreht, was Bahare, die bei ihr eingehakt war, erschreckte und sie zum schreien veranlasste. Lucy, die wiederum bei Bahare eingehakt war, fing auch an zu schreien.
Am Ende liefen alle wild umher und waren am quieken -typisch Herdentrieb! Die restliche Nachtwanderung war nicht weniger unheimlich -besonders nicht, wenn man sich ständig Gedanken macht, was man machen würde, wenn gleich die Maispflanzen im Feld neben einen umknicken und sich etwas so einen Weg zu einem bahnt...
Nach dem Mittag sind wir dann nach Hamburg zurück.
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