Sonntag, Juli 01, 2007

Vogelschießen in Lütjen

Fürs Wochenende hatten wir geplant, mit einigen Mädels zu Julia nach Lütjen zu fahren, um da ein wenig zu grillen und nett beisammen zu sein. Ich bin schon am Freitag mit raus gefahren.
Im Dorf war Vogelschießen, ein Dorffest, von dem man aber nicht allzuviel mitbekommen hat.

Am frühen Abend, als wir draußen im Garten saßen liefen auf einmal eine ganze reihe an Jugendlichen durchs Dorf. Kurz darauf kam ein Polizeiwagen vorbei. Anscheinend unheimlich viel Trubel für so ein kleines Dorf... Annette wollte auch gleich wissen, was passiert ist und hat Julia und mich mit dem Fahrrad hinterher geschickt. Da das Dorf wirklich klein ist, hatten wir den "Aufruhr" schon hinter der nächsten Kurve entdeckt. In Endeffekt wars gar nicht so spannend. Vor einem Hof standen ein Krankenwagen, zwei Polizeiautos und schätzungsweise das halbe Dorf zum gucken ...naja, wir sind ja auch nicht besser....

Bei Julia auf dem Grundstück gibt es selten Handyempfang. Im Haus nur im Wohnzimmer auf der Fensterbank. Als jemand anrief hat Annette das Fenster aufgemacht um einen besseren Empfang zu haben -dazu muss man sich nur ein Stück aus dem Fenster lehnen. Dabei hat sie entdeckt, dass auf den Bäumen am Ende des Gartens Unmengen von Raben saßen. Und plötzlich herrschte schon wieder helle Aufregung.

Kurze Vorgeschichte: Das ist wohl schon mal vorgekommen, nur dass die Vögel damals noch gegen die Scheiben geflogen sind und gegen diese auch gepickt haben. Kann man sich so vorstellen wie bei Hitchcock.

Um den Vögeln gar nicht erst die Chance zu lassen, einen neuen Angriff zu starten, hat Günther sein Luftgewehr geholt -was neben dem Bett steht, um auch mal einen Schuss abzugeben, wenn die Vögel früh morgens zu laut zwitschern- und auf die Vögel geschossen.... danach war erstmal Ruhe. Er hat allerdings im Laufe des Wochenendes noch öfter die Vögel "verscheucht".

Am Samstag sind dann noch Lucy, Levke, Melanie, Bahare, Bettina und Nele gekommen (die allerdings erst sehr spät). Morgens waren wir kurz einkaufen -bei SKY! Die nette Verkäuferin hat uns noch Werbegeschenke aufs Auge gedrückt. Annette hat sehr viele Einkaufswagenchips mitgenommen, Julia zwei Fähnchen und ich eine Hand voll Luftballons. Günther war das, glaube ich, zu unangenehm und er ist schon mal vorgegangen -aber nicht, ohne an einer anderen Kasse auch einige Einkaufswagenchips mitgehen zu lassen.
Während wir auf die Anderen gewartet haben, haben Julia und ich mal ein Glas Bowle probiert und anschließend mit einem "Beach Ball Set" gespielt. Durch die ständige Bewegung schlug die Bowle allerdings doch unerwartet stark an...
Am Nachmittag haben wir gegrillt und abends am Lagerfeuer gesessen. Da haben wir die Geschichte gehört, wie Bahare in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester zu ihrem ersten Toten gekommen ist -sie hat ihm Orangensaft gegeben, ohne zu wissen, dass er keinen durfte.

So gegen halb drei haben wir uns dann nochmal zu einer Nachtwanderung aufgemacht. Melanie und ich haben uns am Gartentor versteckt und wollten eigentlich Bahare erschrecken, haben aber aus Versehen Lucy erwischt. Lucy hat eine sehr! hohe Stimme und dementsprechend schrill und laut war auch ihr Schrei. Ich hab mich unheimlich erschrocken, da ich damit nicht gerechnet hatte.
Wir sind um den Nüdel gegangen. Das ist eine kleine Runde am Dorfausgang, die einmal um ein Paar Felder führt. Es war, trotz Vollmond und einer leichten Morgenröte im Osten, wirklich unheimlich, da es überall doch noch recht dunkel und nebelig war. Links und Rechts standen einige Kühe die dann und wann mal einen Laut von sich gaben. Levke hat erzählt, dass man Kühe, die im stehen schlafen ganz leicht umwerfen kann. Wir haben uns aber dann doch nicht auf eine der Wiesen getraut. Im Dunkeln kann man auch schlecht sehen, ob eine Kuh wirklich schläft.
Bei der Hälfte des Weges hat sich Bettina etwas unverhofft umgedreht, was Bahare, die bei ihr eingehakt war, erschreckte und sie zum schreien veranlasste. Lucy, die wiederum bei Bahare eingehakt war, fing auch an zu schreien.
Am Ende liefen alle wild umher und waren am quieken -typisch Herdentrieb! Die restliche Nachtwanderung war nicht weniger unheimlich -besonders nicht, wenn man sich ständig Gedanken macht, was man machen würde, wenn gleich die Maispflanzen im Feld neben einen umknicken und sich etwas so einen Weg zu einem bahnt...

Am Sonntag waren wir noch am Nord-Ostsee-Kanal und haben auf einem Spaziergang Kräuter gesammelt. Bettina hat sich mutig ins Gebüsch gestürzt und wäre bei der Suche nach Baldrian um ein Haar in einen Graben gefallen. Die Restlichen hatten mit Käfern und Bremsen die auf den Pflanzen saßen zu kämpfen. Bahare hat's -nachdem sie einen Käfer in ihrem Bauchnabel gefunden hatte- am besten gelöst und auf der Rückfahrt ihre Kräuter aus dem Auto gehalten, damit die Käfer vom Fahrtwind weg geblasen wurden.

Nach dem Mittag sind wir dann nach Hamburg zurück.

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