Samstag, Februar 10, 2007

Ahnentafel des Bösen

Um die allgemeine Verwirrung, die bei einigen entstanden ist (besonders bei denen, die die vorigen Posts nur überflogen, oder nicht chronologisch gelesen haben) zu lösen, habe ich den Beiträgen zum "Priester retten" eine andere Farbe gegeben. Diese! also alle Einträge in dieser Farbe sind "DSA(Rollenspiel)-Erlebnisse"

Da es jetzt schon über 3 Monate her ist, dass wir uns das letzte mal getroffen haben, hatte der Clown schon wieder vergessen wie man würfelt... aber was soll man auch machen, wenn man erst einmal gespielt hat....

Nach unserem letzten Abendteuer waren wir ja nur noch zu dritt. Also haben wir uns einfach mal auf nach Norden gemacht.
In der Hauptstadt des Königreiches Andergast oder so (ich kann mir Stadtnamen schlecht merken) kam ein Bote auf uns zu. Er hatte eine Nachricht für die Elfe. Sie scheint eine wirklich große Tat vor einiger Zeit in einem Orken-Hort vollbracht zu haben, denn der Bote fragte sie, ob sie die große Kriegerin von Orken-Hort sei, und überbrachte ihr dann eine Nachricht vom König. Den Zwerg und mich -jetzt hätt ich um ein Haar "Den Zwerg und den Clown" gesagt- hat er für die Gefolgschaft der Elfin gehalten. Ich hatte damit kein so großes Problem,
aber der Zwerg schon. Der war auch nicht zur Ruhe zu bringen. Bis auf den Boten hat das allerdings auch keiner versucht.
Wir wurden dann auch sofort zum König gebracht. Dieser wollte seinen Sohn verheiraten. Die Vermutung lag nahe, dass die Prinzessin entführt worden war, aber dem war nicht so. Der König wollte nur eine Ahnentafel von seinem Bruder zurück, der im benachbarten Königreich lebte. Er verheimlichte uns auch nicht, dass bei der, im Prinzip, leichten Aufgabe bereits zwei Boten abhanden gekommen waren. Das war zwar zunächst mysteriös, aber als der König uns nach Nord-Ost schickte, eigentlich aber Nord-West meinte, hatte sich das Verschwinden der Boten im Grunde geklärt.
Zu unserer Unterstützung wurde uns noch eine Seefahrerin an die Seite gestellt. Svenska Chippa. Ich glaube sie ist ein Pirat. Sie hat ihr Schiff bei einer Seeschlacht verloren und braucht jetzt Geld, um sich ein neues zu kapern. So zu sagen eine ein-Mann-Crew...
Den Abend haben wir dann in der Stadt verbracht. Ich weiss nicht, was den Zwerg geritten hatte, aber er wollte nackt über den Marktplatz tanzen. Wir sind dann aber doch lieber in ein Lokal gegangen. Svenska hat bei einem Trinkspiel gegen den Zwerg gewonnen und die Elfe hat einen Silberling bei einer Wette gewonnen -nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sie locker ihr ganzes Geld verwetten hätte können, da sie anscheinend nicht soo viel Ahnung von weltlichen Dingen hat.

Am nächsten Morgen sind wir dann los. Die nächsten zwei Tage wanderten wir ereignislos durch die Lande, bis wir zu einem Wald kamen. Er war sehhhr dunkel, und aus ihm kamen kaum Geräusche. Das schien besonders für Svenska beunruhigend zu sein. Wahrscheinlich hat sie seit Jahren nichts anderes als das Meer gesehen. Im Laufe der Reise hat sich bei ihr auch eine leichte Abneigung gegen Elfen eingeschlichen, vielleicht aber auch gegen Zwerge oder etwas ganz anderes. Da ist sie noch etwas unentschlossen...
Aber da unser Plan war das Schloss noch vorm' Abend zu erreichen, sind wir in den Wald hinein. Einige Bäume sahen so aus, als wenn sie Gesichter hätten. Die Elfe hat uns aber bestätigt, dass es nur alte, knorrige Bäume sein.
Nach einiger Zeit kamen wir an eine Gabelung. Nach Norden ging es weiter wie bisher. Im Westen war eine Rauchsäule zu sehen. Alle wollten nach Westen, nur die Elfe nicht. Sie äußerte die Bedenken, dass es dort brennen könnte und wir vom Feuer eingeschlossen werden könnten. Wir haben versucht sie mit Argumenten wie "Wenn es da brennen würde müsstest du die Bäume da hören" oder "Vielleicht ist da ein Bärenkind das wir retten müssen"
zu überreden. Am Ende kam es dann zu dem Kompromiss, dass wir uns erstmal bis zur Hälfte des Weges an die Rauchsäule heran wagen würden, und sofort umdrehen, falls es dort brennen sollte.

Es stellte sich heraus, dass der Rauch von einer Köhlerhütte auf einer Lichtung kam. Wir klopften an der Tür. Sie wurde von einem großen, bärtigen Mann mit großer Axt aufgemacht. Nach einer kurzen Runde Scherze darüber, dass der Mann der große Bruder des Zwerges sein könnte, fragte dieser recht barsch, was wir wollen. Wir schilderten ihm die Situation soweit es nötig war. Plötzlich forderte uns eine Stimme von hinten auf unsere Waffen fallen zu lassen. Aber wir hatten sie doch gar nicht gezogen!? Naja, bis auf Svenska, die seit 2 Stunden mit gezogenem Schwert durch den Wald lief...
Da wir der Aufforderung nicht nachkamen, schoss der junge Mann auf uns. Der Pfeil verfehlte den Zwerg nur knapp und blieb in der Hauswand stecken! ...diese Mentalität, erst angreifen, dann fragen.... nene, so geht das nicht....
Der Bärtige hat ihn dann aber zur Räson gebracht. Er hatte uns für eine Gruppe von Dieben gehalten, die öfter mal vorbei kommt um sie auszurauben. Sie haben uns erzählt, dass auf dem Wald und dem Schloss seit einiger Zeit ein Fluch liegt, und das dort keiner mehr lebt. Wir haben versprochen uns um die Diebe im Wald zu kümmern und sind von dannen gezogen.

Zurück an der Gabelung sind wir dann nach Norden. Auf dem Weg gab es noch zwei weitere Gabelungen nach Osten. Die haben wir aber einfach ignoriert, da wir ja ursprünglich nach Nord-Westen wollten. Zuerst waren auch alle damit einverstanden, aber später hat der Zwerg mir dann wieder die Schuld gegeben, dass wir da ja Unmengen von Schätzen vorbei gelaufen wären -woher will der das denn wissen? warscheinlich wären wir nur in noch mehr Ärger geraten.
Nach einer ganzen Weile kamen wir an einen Steg, der über einen Sumpf zu einer Burgruine führte. Zu beiden Seiten des Stegs stand eine Weide. Auf einer saß eine Eule. Das hat uns aber rein gar nichts gebracht, da die Elfe nicht mit Tieren sprechen kann..
Aleya (die Elfe) und der Zwerg hatten bei den Weiden ein komisches Gefühl. Wenn ich es richtig verstanden habe, waren sie schon mal in einer ähnlichen Situation.
Die Elfe ist mutig voran - und wurde promt von der Eule auf dem Baum angegriffen. Diese ließ sich zum Glück aber leicht verscheuchen. Als sie dann aber auf den Steg wollte, hat eine der Weiden ausgeholt und sie geschlagen. Das haben sie bei jedem getan, aber bis auf den Zwerg sind trotzdem alle gut durchgekommen -der brauchte mehrere Anläufe.

Auf dem Steg haben wir uns dann an einem Seil festgehalten, damit man, falls jemand reinfällt, denjenigen schnell wieder rausholen kann. Bis zur Hälfte des Stegs (ca. 400 Fuß) ging auch alles gut, aber mit einem mal begann der Sumpf zu brodeln und ein riesiges,schleimiges, humanoides Ding, mit Tentakeln und Schwimmhäuten erhob sich aus dem Morast und schwebte langsam auf uns zu. Unser erster Gedanke war, den Rest des Stegs zu rennen (nochmal 400 Fuß) aber so langsam war das Ding dann doch wieder nicht! Aleya hat ihren Bogen gezogen und auf es geschossen. Mit mäßigem Erfolg, denn das Ding griff danach seinerseits an. Relativ schnell wurde klar, dass wir auf normale Weise keine Chance hatten. Es griff so oft die Elfe an, bis sie schließlich tot umfiel. Da waren wir alle etwas verwirrt... Die anderen beiden versuchten verzweifelt mit Tier- und Magiewissen herauszufinden, um was es sich bei dem Ding handelte. Dies gelang allerdings erst sehr spät. Sehr zu meinem Leidwesen. Ich glaub ich hätte keine weitere Runde überlebt... Irgendwem kam dann endlich die Erleuchtung, dass es sich um eine Illusion handeln könnte. Svenska hat sich bemüht das Tier anzufassen. Das hat auch mehr oder weniger geklappt. Sie ist bei dem Versuch in den Sumpf gefallen, konnte das Ding aber noch mit den Fingerspitzen berührt -was für ein selbstloser Akt....
Durch die Berührung hat sich das Tier in Luft aufgelöst und die Elfe hat sich auch wieder erholt. Wir haben Svenska mit dem Seil aus dem Dreck gezogen und sind zu den Burgüberresten.

Der Eingang zur Burg wurde von einem Tor versperrt. In einem Turm gab es unter einem Schutthaufen aber einen Hebel - der ließ sich aber nicht umlegen... Er war mit einem verrosteten Mechanismus gesichert. Svenska, die neben Pirat auch Mechaniker zu sein scheint, hat die Sicherung nicht gelöst gekriegt. Gott sei dank gibt es dafür den Clown! Ich hab ein wenig an dem Hebelmechanismus gewackelt und -klick- war er gelöst und das Tor zum Burghof ließ sich öffnen. Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist, aber wie heißt es so schön: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn!
Im Innenhof gab es mehrere Gebäude. Das erste war ein Stall, in dem es ganz viele tote Tiere gab. In der hintersten und dunkelsten Ecke (wo auch sonst) hörte man ein Scharben
. Als wir uns näherten sahen wir eine größe Assel, die an einem Kadaver fraß. Die Elfe konnte sich nicht beherrschen und ist wieder raus gelaufen. Das Vieh hat uns einfach ignoriert also wollte ich das gleiche tun. Aber Nein, der Herr Zwerg und die Piratin haben vermutet, dass die Leiche noch was wertvolles bei sich hat. Ich hab versucht, die Assel mit meiner Lampe zu verscheuchen, hatte aber vorher meine Bedenken geäußert, dass ich dabei die ganze Hütte in Brand stecken könnte, wenn ich ausversehen das Heu treffe. Das hat die anderen aber nicht interessiert. Die Assel war von meiner Lampe aber auch nicht zu beeindruckt und hat stattdessen angegriffen. -Sie hat allerdings nicht einmal getroffen...
Svenska hat danach die Leiche durchsucht, hat bis auf verwesendes Fleisch, Knochen und Kot allerdings nur die Erkenntnis gefunden, dass es sich hierbei um ein Tier handelte. An der Rückwand des Stalls gab es noch eine zugemauerte Tür, die wir nicht aufbekommen haben.
Im zweiten Haus haben wir eine verschlossene Truhe gefunden, die der Zwerg einfachmal aufgeschlagen hat. Dabei ging etwas zu bruch. Drinnen gab es bis auf einen Beutel mit wenig Geld, Glasscherben und einer durchsichtigen Flüssigkeit nichts interessantes.
Im dritten Haus gab es einen Schreibtisch mit einer Schublade, die wir nicht aufbekommen haben. Also haben wir es wieder mit roher Gewalt versucht. Mit dem Ergebnis, das der Zwerg den Schreibtisch in zwei geteilt hat. In der Schublade war ein goldener Schlüssel und ein silbernes Fläschchen. Da war noch ein Loch im Boden. Es schien von einem Nagetier oder so zu stammen. Wir wollten es aus einem Grund, der sich mir bis jetzt noch nicht offenbart hat, nicht offen lassen. Also haben wir kurzer Hand einen Schrank umgeworfen und über das Loch geschoben.
Das letzte Haus auf dem Hof hatte eine Tür im Süden und eine im Osten. Wir haben die Tür im Osten geöffnet. -mein Gedanke, den ich auch laut ausgespochen habe, war: "da steht ein großer, bärtiger Mann mit Axt in der Tür"- aber NEIN, weit gefehlt! Es waren drei große, bärtig Männer mit Axt. Ich wollts' ja zuerst nicht glauben, aber es schien Mathias voller Ernst zu sein. Nach kurzem hin und her, was wir hier wollen, und was die hier tun (die wollten auf unsere Fragen nicht antworten) wurde es dem Obermacker zu bunt und er hat seinen beiden Freunden befohlen anzugreifen -schon wieder diese Mentalität...
Da sich das ganze nur im Türbereich abspielte, haben Svenska und der Zwerg gekämpft, wärend Aleya und ich zur anderen Tür gelaufen sind. Die Elfe hat dann von hinten die bärtigen Männer mit Pfeil und Bogen erledigt. Der Erste war schon zu Boden gegangen, bevor wir überhaupt im Haus waren. Im Haus an sich gab es nichts tolles zu finden. Der Obermacker hatte zwar einen lustigen Helm auf, aber er war dann doch nicht lustig genug, damit ich ihn hätte mitnehmen können...
Ich glaube wenn man Seefahrer/Pirat ist, weiss man ganz genau wo man nach Wertgegenständen suchen muss. Nicht nur die Sache im Stall, nein Svenska wollte auch jedes Paar Schuhe durchsuchen, dass wir neben anderen Dingen in Häusern gefunden hatten, obwohl es sich erahnen ließ, dass sich außer Rattenkot darin nichts befinden würde. Aber da, wo ich niemals Reichtümer vermutet hätte, hat sie nachgeschaut -
in der Poritze des Obermackers! Tja, wenn man sein ganzes Leben lang andere bestiehlt weiss man so was anscheinend...
Danach sind wir dann ins Hauptgebäude. Wir gelangten zunächst in einen großen Festsaal. An der Ostseite befanden sich ein Gang und drei Türen, an der Nordwand eine Tür und im Westen gab es nur Wandteppiche. Wir haben zuerst die Türen durchsucht. Es waren so eine art Dienerzimmer. In einem haben wir eine Holztafel gefunden auf dem Stand etwas wie "wer die Ahnentafel will, muss den König des Bösen töten" und etwas über ein "Symbol mit goldenen Schwingen". Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob wir auch die Nordtür geöffnet haben. Ich wollte nochmal hinter die Wandteppiche gucken, als wir etwas glitzernes sahen. Wie die Elstern sag ich da nur... ich bin der Meinung, das hat uns auch von der Nordtür abgebracht. Das Glitzernde war ein silbernes Etui mit einem silbernen Federkiel und einem silbernen Tintenfäßchen. Ich wollte mich ja wieder den Wandteppichen zuwenden als wir in dem Gerümpel noch ein Tagebuch fanden. Darin beschrieb die Tochter des Königs, wie ein düsterer Herr mit einer Armee von unheimlichen Kreaturen ins Schloss einfiel.
Dann konnten wir schließlich dochnoch die Wandteppiche untersuchen. Hinter einem hab ich dann einen kleinen Raum gefunden. Wir also alle, wie immer, rein. Auf einem Sockel saß etwas, das auch nicht lange fackelte und angriff. Es war menschenähnlich, aber auch ganz stark behaart. Da die Verletzungen, die wir ihm zufügten sehr schnell wieder verheilten, hat Svenska es einfach mal angefasst, in der Hoffnung, dass es sich wie das letzte Monster einfach auflösen würde. Aber das hier war einfach nur flauschig! Jaa, das kommt einem jetzt aber schon bekannt vor... naja, immerhin kein Löwe...
Aber was wären wir für eine Abenteurergruppe, wenn wir dieses mal nicht auf ein Wehrwesen vorbereitet wären. Wir hatten einen magischen silber Rapier oder so was Ähnliches dabei -zu dumm nur, dass keiner damit umgehen konnte... Während ich, ohne Erfolg, auf den Wolf einschlug und die Elfe mit ihrem Rapier rumfuchtelte, haben die Seefahrerin und der Zwerg versucht dem Wehrwolf mit dem silbernen Federkiel zu Leibe zu rücken. Schlussendlich hat Aleya es dann aber doch geschaft den Wehrwolf zu erlegen. Danach haben wir uns dann ersteinmal eine Pause gegönnt.


Ich dachte irgendwie, dass wir nicht so viel erlebt hätten, aber es war doch eine ganze Menge, wie ich grade feststellen durfte.

2 Kommentare:

Mathias hat gesagt…

Du schaffst es immer wieder, die Ereignisse auf's Vortrefflichste zusammenzufassen!

Fupsy hat gesagt…

das ist eben mein Talent als Clown, ach nee, ich mein Erzähler